Zu dieser Ausgabe

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Die neue Transcript/Literature Across Frontiers-Webseite finden Sie ab sofort unter folgender Adresse:


http://www.lit-across-frontiers.org/de/transcript/


Lang muss die Geschichte nicht sein, aber es dauert lange, sie kurz zu bekommen“, bemerkte Henry David Thoreau einst zur Besonderheit dieses einzigartigen Genres. Kurzgeschichten setzen sich unmittelbar mit dem Erzählen auseinander und zeigen uns das komplexe Wesen menschlicher Beziehungen in verkürzter, verdichteter Prosa, bei der jedes Wort zählt.

Schriftsteller haben sich schon immer für die Kurzgeschichte interessiert: Weltliteraten wie Edgar Allan Poe, Anton Tschechow, Franz Kafka und Guy de Maupassant waren Meister dieser Form. Dennoch sind Kurzgeschichten heute nicht besonders beliebt – weder bei Verlegern noch wie es scheint bei Lesern. Die Verlagsindustrie schenkt ihr im Allgemeinen wenig Beachtung, so dass es schwierig ist, Kurzgeschichten zu veröffentlichen, insbesondere in Übersetzung. Dennoch hat das Genre treue Fans und Abnehmer, wie das Festival of the European Short Story in Kroatien, das European Short Story Network oder auch der britische Verlag Comma Press beweisen. Gemeinsam mit Literature Across Frontiers und anderen Partnern erforschen diese drei gegenwärtig die Möglichkeiten mobilder und digitaler Medien, die europäische Kurzgeschichte einer neuen Leserschaft zu präsentieren. Ein erstes Ergebnis ist das Projekt Tramlines, das parallel in mehreren Städten mit Straßenbahnnetz stattfindet. Im Rahmen einer Autorenresidenz entwickeln Schriftsteller aus ihren Beobachtungen urbaner Landschaften entlang von Straßenbahnlinien Kurzgeschichten, die sich mittels einer iPhone-App als alternativer Reiseführer durch die jeweilige Stadt nutzen lassen.

Die Geschichten in der aktuellen Ausgabe von Transcript stammen aus verschiedenen kulturellen und literarischen Kontexten – Bulgarien, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Kroatien, Italien, Montenegro und der Türkei – doch ihre Protagonisten sind universell, ihre Figuren überschreiten Landes- und Sprachgrenzen.

Entdecken Sie beispielsweise „Ein Tag in der dunklen Jahreszeit“ von James Hopkin (lesen Sie auch den Blog dieses Autors auf der LAF-Hompage), die Einsamkeit des Erzählers in „So viel Zeit für so wenig Dinge“ von Andrej Nikolaidis, oder begeben Sie sich mit dem griechischen Autoren Christos Chrissopoulos auf eine Fahrt durch das faszinierende Istanbul. Mima Simić erzählt uns von ihrer Freundin, und in der Geschichte des syrisch-schottischen Autoren Robin Yassin Kassab führt uns der Protagonist mitten durch den Tumult einer organisierten Demonstration. Neben weiteren Geschichten erwarten den Leser auch Berichte von einigen europäischen Literaturfestivals.

Die wahren Entdeckungsreisen bestehen nicht darin, neue Landschaften aufzusuchen, sondern neue Augen zu haben.“ Mit diesem Leitsatz von Marcel Proust möchten wir Sie einladen, die ausgewählten Kurzgeschichten zu betrachten.

Diese Ausgabe ist eine der letzten im gegenwärtigen Format – die Homepage von Literature Across Frontiers wird zur Zeit umgestaltet. In Zukunft wollen wir Ihnen in Transcript auch vermehrt Einblick in unsere Arbeit mit Autoren und Übersetzern geben. Die hier vorgestellten Geschichten werden in Kürze neben Texten aus vorherigen Ausgaben in einem neuen, leserfreundlichen Format präsentiert. Halten Sie sich mit dem Newsletter von Literature Across Frontiers informiert: http://www.lit-across-frontiers.org/publications.php.







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